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Bundesministerin
Dr. Kristina Schröder

Kristina Schröder
Bild: BMFSFJ/L. Chaperon

"Ich freue mich über das große Interesse, auf das unsere Regionalen Bündnisse für Chancengleichheit stoßen. Sie sind nicht nur für Frauen ein Gewinn.

Für die wirtschaftliche Prosperität und Zukunftsfähigkeit einer Region ist es entscheidend, ob sie auch für qualifizierte Fach- und Führungskräfte attraktiv ist. Chancengleichheit wird mehr und mehr zum Standortvorteil."

 

 

Karriereförderung von Frauen für deutsche Unternehmen immer wichtiger

Deutsche Unternehmen holen in Sachen Karriereförderung von Frauen schrittweise auf. Laut der 5. Ausgabe der McKinsey-Studienreihe "Women Matter" investieren rund 80% der an der Untersuchung beteiligten deutschen Unternehmen in die Talententwicklung von Frauen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Vor allem bei der Infrastruktur und der organisatorischen Unterstützung liegt Deutschland im europäischen Vergleich vorn: Beispielsweise bieten 98% der größeren Unternehmen flexible Arbeitszeiten und Home-Office-Möglichkeiten an und 89% haben Kinderbetreuungsangebote. Zudem hat sich der Anteil der Unternehmen, die Gender Diversity als strategisches Topthema auf ihre Agenda setzen, binnen eines Jahres verdoppelt.

Trotz dieser personalpolitischen Maßnahmen lassen sich die Versäumnisse der Vergangenheit nicht so schnell aufholen. Die meisten Programme in den Unternehmen wurden erst seit 2010 eingeführt. So bleibt Deutschland mit 3% Frauen in den Vorständen weiterhin internationales Schlusslicht. Allerdings beginnt sich der Einsatz langsam auszuzahlen: Im vergangenen Jahr waren 16 % der neu besetzten DAX-Vorstände Frauen.

McKinsey hat in acht europäischen Ländern untersucht, wie erfolgreich die Anstrengungen der Unternehmen um weibliche Führungskräfte sind. Drei Faktoren sind laut McKinsey entscheidend für sichtbare Erfolge beim Frauenanteil in Führungsetagen: eine Kultur der Vielfalt, ein transparentes Talentmanagement und ein strategisches Controlling.

McKinsey & Company: Women Matter 2012 – Making the Breakthrough

 

Frauenanteil in der Bundesregierung liegt unter Quotenforderung

Kienbaum Management Consultants: Frauen – Macht – Regierung

Die schwarz-gelbe Bundesregierung erreicht die geforderten Quotenvorgaben von 30 bis 40% für Frauen in Führungspositionen selber nicht. Allerdings weist die oberste Führungsebene (Kanzlerin, Minister, beamtete Staatssekretäre) einen Frauenanteil 29% auf. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie der Unternehmens- und Personalberatung Kienbaum, die die Repräsentanz von Frauen in der Bundesregierung analysiert hat. Nach dieser Untersuchung gibt es in der Exekutive bezogen auf alle Führungskräfte einen Frauenanteil von knapp 25%. In Bezug zu ihrem Anteil an den Beschäftigten sind Frauen in allen Ministerien in den Führungsetagen unterrepräsentiert. Allerdings stieg der Frauenanteil kontinuierlich an und ist heute höher als bei jeder anderen Bundesregierung zuvor. Zwischen den einzelnen Ressorts gibt es hingegen große Unterschiede: Die meisten Frauen in Führungspositionen sind im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) tätig, dort beträgt der Anteil 50%.

Kienbaum Management Consultants: Frauen – Macht – Regierung

 

WoB-Index: Frauen in den Machtzentren der deutschen Wirtschaft bleiben selten

FidAR (Frauen in die Aufsichtsräte e. V.) legt den Women-on-Board-Index 2012 vor. Gefragt wurde danach, wie sich der Frauenanteil in Aufsichtsräten und Vorständen der 160 im DAX, MDAX, SDAX und TecDAX notierten Unternehmen im Jahr 2011 entwickelt hat. Laut WoB-Index fällt das Ergebnis elf Jahre nach der Selbstverpflichtungserklärung der deutschen Wirtschaft und drei Jahre nach der Aufnahme der Forderung nach mehr Vielfalt in den Deutschen Corporate Governance Kodex ernüchternd aus. Der Anteil von Frauen im Vorstand von DAX, MADX, SDAX, TecDAX-Unternehmen liegt bei 3,7%, der Zuwachs zum Vorjahr bei 0,7%. Der Anteil von Frauen in den Vorständen der DAX-Unternehmen beträgt 5,32% (Stand Mai 2012).

FidAR - Frauen in die Aufsichtsräte e. V.: WoB-Index 2012

 

Frauen in europäischen Führungsetagen – weiterhin
die Ausnahme

European Commission:
Women in economic decision-making in the EU: Progress report 

Frauen sind in europäischen Unternehmen zahlenmäßig weiterhin die Ausnahme. Zu diesem Ergebnis kommt der Zwischenbericht der EU-Kommission zur Situation von Frauen in Entscheidungsgremien börsennotierter Unternehmen in EU-Mitgliedsländern. Laut Bericht haben Frauen im Vergleich zu Männern nach wie vor geringere Chancen ihre Karriere voranzutreiben und ihr Potenzial vollständig einzubringen. Trotz eines steten Anstiegs seit 2003 (8,5%) waren Frauen im Januar 2012 mit nur 13,7% in Entscheidungsgremien börsennotierter Unternehmen vertreten. Gleichwohl konnte Frankreich nach der Einführung einer Quote im Januar 2011 den Frauenanteil von 12,3% (Oktober 2010) auf 22,3% steigern. In Deutschland waren Frauen im Januar 2012 mit lediglich 16% in ähnlichen Führungspositionen vertreten. Neben Frankreich, Schweden, Finnland und Großbritannien zählt Deutschland zu den fünf EU-Ländern, in denen mehr als die Hälfte der Entscheidungsgremien börsennotierter Unternehmen über mindestens zwei weibliche Mitglieder verfügt. In allen anderen Mitgliedsländern sind Frauen in Führungsgremien weitaus seltener vertreten.

European Commission - Directorate-General for Justice

Männliche Monokulturen in Deutschlands Vorständen

Elke Holst und Julia Schimeta: 
Spitzengremien großer Unternehmen: Hartnäckigkeit männlicher Strukturen lässt kaum Platz für Frauen

Frauen sind in den Spitzengremien der deutschen Wirtschaft weiterhin kaum vertreten. Im Vorstand der Top-200-Unternehmen waren Frauen auch 2011 wieder mit nur drei Prozent vertreten. In den Aufsichtsräten lag ihr Anteil 2011 bei 11,9 Prozent, darunter waren mehr als zwei Drittel Vertreterinnen der Arbeitnehmerschaft. In den DAX-30-Unternehmen nahm der Frauenanteil 2011 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Punkte auf 3,7 Prozent zu. Die wachsende Einsicht von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in die Notwendigkeit einer größeren geschlechtlichen Diversifizierung von Führungsgremien hat bislang noch nicht zum erhofften Durchbruch bei den Besetzungen von Vorständen und Aufsichtsräten geführt.

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. | DIW Wochenbericht Nr. 3/2012

Frauen in Führungspositionen öffentlicher Unternehmen

Ulf Papenfuß, Matthias Schrader:
Frauen in Top-Gremien öffentlicher Unternehmen

Zahlreiche Studien untersuchen die Situation von Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen privatwirtschaftlicher Unternehmen. Im Hinblick auf öffentliche Unternehmen besteht in dieser Frage hingegen eine Forschungslücke. Ulf Papenfuß und Matthias Schrader legen hierzu nun Ergebnisse im Rahmen einer ersten repräsentativen Längsschnittstudie vor. Die Autoren analysieren die Jahresabschlüsse von 320 öffentlichen Unternehmen aller Landeshauptstädte sowie des Bundes von 2006 bis 2009. Der Städtevergleich verdeutlicht gestaltungsrelevante Unterschiede. Für die gesellschaftspolitischen und betriebswirtschaftlichen Diskurse wird ein repräsentatives empirisches Fundament geliefert.

Zeitschrift für Corporate Goverance