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    08.12.2014

    Projekt zur Demografiedebatte: Deutschland – Land ohne Leute?

    Die Alarmbereitschaft bezüglich des demografischen Wandels in der Bundesrepublik ist immens hoch. Der immer deutlicher werdende Fachkräftemangel gibt Anlass darüber nachzudenken, wie in Zukunft der fehlende Nachwuchs ersetzt werden kann.
    Impulse dafür, die Konsequenzen der Bevölkerungsentwicklung in der Bundesrepublik neu zu denken und proaktiv darauf zu reagieren, geben die Journalist/innen des Projekts anders&länger – dem Online-Ergebnis eines Seminars der Journalisten-Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung JONA.
    Angefangen sei damit, dass Unternehmen rechtzeitig damit beginnen müssten, junge Talente anzuwerben und aufzubauen, bevor diese als potentielle Fachkräfte Deutschland verlassen. Die Mobilität von heute könne sich aber im Umkehrschluss von Unternehmensseite zunutze gemacht werden: „Die jungen Zuzügler aus Europa sind oft gut ausgebildet, viele waren schon während ihres Studiums im Ausland und verfügen über gute Sprachkenntnisse. Die wirtschaftliche Krise in ihren Heimatländern nutzen sie pragmatisch, um sich im Ausland auszutesten“, so anders&länger.
    Ebenso inspirierend kann für Unternehmen und ihre pensionierten Ehemaligen ein neuer Blick auf das Thema Altern sein. Späte und längere Berufskarrieren kommen in vielen Fällen sowohl Arbeitnehmer/innen wie auch Arbeitgeber/innen entgegen und tragen im besten Fall zu einem nachhaltigen Wissensmanagement einer Organisation bei. Laut anders&länger altere die Gesellschaft mittlerweile anders als noch vor ca. 20 Jahren, jener Zeit, in der die erste Deutsche Alterssurvey erschien (1996). Die ältere Bevölkerung sei inzwischen nicht nur länger in einem guten Gesundheitszustand, sondern habe außerdem häufig Interesse daran, weiterhin in flexiblen Modellen zu arbeiten – selbstbestimmt und aus Spaß an Beschäftigung und Austausch. Unternehmen wie Bosch oder Daimler realisieren bereits Programme, die ehemalige Mitarbeiter/innen in Pension etwa als Senior-Expert/innen bei Bedarf in Arbeitsprozesse mit einbeziehen.
    Ein ebenso relevanter Punkt, in den die Untersuchungen von anders&länger münden, ist das sich stetig verändernde Familienbild.  Die Loslösung von alten Rollenbildern zu Vater und Mutter, zu Mann und Frau, befördere die Souveränität von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. So sei der Frauenanteil unter den Erwerbstätigen in Westdeutschland von 37,62 Prozent im Jahr 1965 bis 2012 auf 47,91 Prozent konstant gestiegen. Die Bedeutung für das Nachwuchsdilemma liegt auf der Hand. Aber auch auf die Frage, wie in Deutschland die Geburtenrate wieder steigen kann, hat anders&länger eine klare Antwort: mit Gleichberechtigung.
    Untersuchungen zufolge werden in Ländern mit hoher Geschlechtergerechtigkeit in den Bereichen Bildung, Arbeit und Gesundheit durchschnittlich auch mehr Kinder geboren als in Ländern mit weniger Gleichberechtigung. Das Projekt verweist hierbei auf die gesamtgesellschaftliche Verantwortung: „Elternschaft kollidiert immer noch und immer wieder mit den Erwartungen der Arbeitswelt […]. Wenn Gleichberechtigung gelingen soll, müssen alle dazulernen. Nicht nur Mütter und Väter, sondern die ganze Gesellschaft“.


    Zur Website von anders&länger hier.